Wutachschlucht
Wandern auf dem Schluchtensteig

Nicht nur die bekannte Wutachschlucht ist ein lohnendes Wanderziel, auch die Nebentäler sind herrlich. Das haben wir Wanderer aus Wettersbach und Karlsruhe erlebt. Am Samstag, 4. Juli 09, begannen wir unseren Weg in der Rötenbachschlucht. Der schmale Wanderweg führt im Talgrund am Rötenbach entlang. Der Rötenbach, mehr als ein Bach, führte ordentlich Wasser, das laut über mehrere Wasserfälle stürzte. Ähnlich spektakulär sind steile Felsformationen, besonders die Rechenfelsen, wo sich das Wasser tief unten zwischen schroffen Felsen seinen Weg gebahnt hat. Über sieben Brücken und über unzählige Baumwurzeln führte der Pfad zur Wutach.

Die Wutach verließen wir bald wieder; in ihrer Schlucht sind wir im letzten Jahr gewandert. Wir wanderten diesmal durch die felsige Schlucht der Haslach, immer am rauschenden Wasser entlang. Am frühen Nachmittag erreichten wir den schönen Marktplatz von Lenzkirch und ließen uns für eine lange Pause in einem Café nieder, denn schwarze Gewitterwolken regneten sich heftig ab. Dann ging es durch ein Hochtal mit grünen Wiesen (und natürlich einem Bächlein im Talgrund) über eine Höhe nach Fischbach, unserem Nachtquartier.

Am nächsten Tag, nach gutem Frühstück, ging es wieder bergauf Richtung Schluchsee. Oben auf der Höhe bot sich ein herrlicher Blick über den See,

den man besonders dann genießen kann, wenn man über eine Stunde stetig bergauf gestiegen ist. Nach steilem Abstieg führte der Weg nun ganz eben am Schluchsee entlang, aber nicht allzu lange. Es galt wieder eine Höhe zu überwinden, um nach sanftem Abstieg nach St. Blasien zu kommen.

Nach der Ruhe der Wälder waren wir im touristischen Gewühl. Dank der guten Planung unseres Wanderführers Rolf Freiburger blieb Zeit für Besichtigungen und für den Besuch eines Cafés.

Dank unserer Naturwartin Ille Kunze haben wir nicht nur die Schönheiten der Landschaft gesehen, sondern auch Details in der Natur. Jetzt wissen wir, dass der „kleine Maivogel“ ein Schmetterling ist und dass der „Kaisermantel“ (auch ein Schmetterling) Disteln liebt.

Wir können diesen Teil des gut ausgebauten Wanderwegs „Schluchtensteig“ nur empfehlen.
2. Begehung der Wutachschlucht 2008, dazu gibt es noch eine Bildergalerie

Auch in diesem Jahr sind wir Sportwanderer durch die Wutachschlucht gewandert. Dabei haben wir keine Hetze veranstaltet.

Zwei Tage haben wir uns gegönnt. Zum Einen sind die Täler der Gauchach, wo wir unter Vogelgezwitscher begonnen haben, und der Wutach landschaftlich herrlich. Die Wutach, deren Namen viel über die Urkraft des Wassers verrät, schneidet in ihrem Lauf wie in einem geologischen Lehrbuch verschiedene Gesteinsschichten an. Tief hat sich die „Wütende Ach“ in die Gesteine hineingefressen, an einigen Stellen ist ihr Bett 150 m tief.

Zum anderen sollen 1200 Pflanzen in diesen urtümlichen Gesteinsformationen gedeihen. Wenn auch das Kleine entdeckt werden soll, verbietet sich schnelles Wandern. Darauf hatten unsere Naturschutzwartin und unser Wanderführer stets Acht. Wenn vorne der erste Wanderführer drängte, um die Zeit der nächsten Pause einzuhalten, fand unsere Naturschutzwartin an Ende der Gruppe wieder eine interessante Pflanze zu zeigen und zu erklären. Auch den attraktiven Türkenbund mit seinen turbanähnlichen Blüten hat sie uns gezeigt. Eine Orchideenart, die nur auf Kalkstein wächst, blühte in ihrer ganzen Pracht. Noch langsamer waren nur die Fotografen, die die Erinnerung an Wasserfälle, Stege, Steilwände und umgestürzte Bäume festzuhalten versuchten.

Einige dieser Eindrücke, die aber im Vergleich zur Wirklichkeit unvollkommen sind, werden demnächst auf unserer Homepage zu sehen sein.

Über die Wutachschlucht ist viel geschrieben worden, es gab auch einen ganzseitigen Artikel in der BNN vom 26. April 2008, in dem von einer Schluchtenwanderung geschwärmt wird.

Aber erleben ist intensiver als alle Beschreibungen. Wir haben die Größe (hohe Felswände) und Kleinheit (Orchideen) der Natur erlebt bei heißem Sonnenschein (unten in der Schlucht waren dann sehr angenehme Temperaturen) gemeinsam mit lieben Menschen. In seiner solchen Gemeinschaft ist dann ein Sommerabend vor einem alten Schwarzwaldhaus eine Freude. Die Organisation war exzellent; dank unserer zwei Fahrer konnten wir Streckenwanderungen machen und uns am Ende der Etappe mit unseren beiden Bussen abholen lassen.

Und das Essen und Trinken hat auch gepasst.

Alle Teilnehmer waren begeistert.
In der Wutachschlucht 2007

Wo der Wildbach rauscht..wir sind zurückgekehrt!

Wer die Wutach entlang wandert, tritt in eine abwechslungsreiche Reise durch mehrere 100 Millionen Jahre Erdgeschichte auf etwa 30 km Wanderstrecke an. Alle geologischen Erdschichten schneidet die Wutach heute in ihrem Verlauf an. Aus dem Hartgestein Gneis und Granit fließt sie durch die Buntsandsteinformationen, Muschelkalk, Keuper und Juraschichten.

Wir Sportwanderer starten in Rötenbach und erreichen bald die enge und tiefe Rötenbachschlucht. Es ging über kleinere Stege, Brücken vorbei an Wasserfällen, durch urwüchsigen Wald mit Tannen, fichten und Bergahorn.

Der Boden war mit reichem Kraut und Blumen bedeckt. Eine Pause gab es beim „Räuberschlössle“, eine auf Felsen errichtete Burg. Erbaut von den Herren von Blumberg im 14. Jh., zerstört im Bauernkrieg wurde sie Schlupfwinkel für Räuber und Gesindel. Die Wanderung wurde dann mit der Durchquerung der Lotenbachklamm mit dem Ziel Bonndorf fortgesetzt.

Die Nacht verbrachten wir in einem typischen Schwarzwaldhaus, ehemals ein Bauernhof mit Stallungen, Wiesen und Fischteich. Der Besitzer, der selbst am Herd stand, verwöhnte uns mit Speisen und Getränken.

Gespannt starteten wir am nächsten Tag bei der Schattenmühle in die Wutachschlucht. Sie ist viel wilder, herber, gefährlicher, hat ein lautes Wassergetöse, steile haushohe Felswände. In den Felsen finden sich die vielfältigsten Kunstwerke der Natur. Wir kriechen unter Felsen, von denen das Wasser tropft. Oft bleiben wir stehen und staunen.., staunen..

Es ist schwer zu begreifen -wo sind wir-? Wir befinden uns in einer einzigartigen Natur. Wir wandern auf Pfaden, Steigen, teils mit Geländer und Seilen gesichert, auf glitschigem Gestein und Baumwurzeln, ja sogar durch überflutete und matschige Stellen.

Begleitet hat uns, wo wir auch waren, die Pestwurz, eine riesige Blattpflanze (Durchmesser bis 140 cm und mannshoch). Auch die Wasseramsel zeigte sich. Um die Jahrhundertwende war die Wutach als eines der besten Forellengewässer in Europa berühmt. Wegen der vielen Besonderheiten wurde die Wutachschlucht bereits 1939 als Naturschutzgebiet ausgewiesen und zählt zu den ältesten in Baden-Württemberg.

Abends brachten uns unsere 2 Fahrer mit den beiden Kleinbussen wieder sicher nach Grünwettersbach zurück. Ihr beide musstet auch auf Berg und Tal, Kurven durchs Höllental, später auf der Autobahn konzentrieren. Wir Mitfahrer saßen auf unseren Plätzen und träumten -wir waren noch nicht im Fahrzeuge, - wir stapften noch - in den Schluchten. Beim Aussteigen wurde uns klar - morgen beginnt wieder der Alltag! Euch Fahrern einen herzlichen Dank
Eingang zur Gauchachschlucht Baumstammübergang in der Gauchachschlucht Start am 2. Tag am Schwarzwaldhof
Eingang zur Gauchachschlucht Baumstammübergang in der Gauchachschlucht Start am 2. Tag am Schwarzwaldhof
Wutachschlucht
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